25 Jahre BUND Sigmaringen

 

 

Energiesparen soll Volkssport werden

Sogar die Sigmaringer Verwaltungsspitze war zum Vortrag von BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß gekommen.

Sigmaringen – Zum Jubiläumsvortrag 25 Jahre BUND Sigmaringen mit dem Thema „Visionen für eine zukunftsfähige Kommune“ war auch die Sigmaringer Verwaltungsspitze mit Bürgermeister Thomas Schärer, dem Ersten Beigeordneten Bernt Aßfalg und dem Stadtbaumeister Thomas Exler erschienen. Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND, eröffnete seinen Vortrag mit der Feststellung, dass die Menschen insbesondere in den Industrieländern so lebten, als hätten wir vier Erden und deren Ressourcen zur Verfügung. Dies sei weder nachhaltig noch zukunftsfähig. Dem Dogma eines ständigen Wirtschaftswachstums stellte er in seiner Zukunftsvision Leitbilder entgegen: Das kosmopolitische Leitbild fordere ein Gastrecht für alle ein. Das ökologische Leitbild setze auf die Stichworte besser, anders, weniger. Der Schwerpunkt liege auf „gut leben statt viel haben“. Beim wirtschaftspolitischen Leitbild setze der BUND auf die ökosoziale Marktwirtschaft. Für die Kommunen vor Ort bedeute dies, dass für eine Wende zur Solarwirtschaft sich neue Versorgungsstrukturen bilden müssten, wobei dezentralen Akteuren wie Stadtwerken eine zentrale Rolle zukomme. So habe die Stadt Osnabrück habe einen Solardächer-Scan durchgeführt. Dabei ergab sich ein großes Potential für die Solarenergie. Energiesparen müsse zum Volkssport werden, was Schwaben ja nicht so schwer fallen dürfte. Der Referent trat für ein kommunales Energiemanagement ein und forderte generell eine Professionalisierung in der Gebäudeplanung. Es dürfe keine Renovierung einer Immobilie mehr ohne energetische Sanierung geben. So sei die jährliche energetische Sanierungsrate in Vorarlberg vorbildlich bei 3 Prozent des Gebäudebestandes, in Baden-Württemberg nur bei einem Prozent. Abschließend ermunterte Berthold Frieß den örtlichen BUND zu Beharrlichkeit und Penetranz. Nicht Wutbürger, sondern Mutbürger seien gefragt.

erschienen im Südkurier 1810.2011